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Erfolgsfaktoren des wechselseitigen Wissenstransfers in chinesisch-deutschen Kooperationsprojekten: Gemeinsame Kompetenzentwicklung in der Forschungs- und Innovationsphase

Leitung:Prof. Dr. Ingo Liefner, Prof. Dr. Steffi Robak, Prof. Dr. Michael Beer, Prof. Dr. Monika Sester (alle LUH)
Bearbeitung:Dr. Anna-Barbara Heindl, Christian Teichert
Laufzeit:2020 - 2022
Förderung durch:Niedersächisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

 

China hat einen vierzigjährigen wirtschaftlichen Aufholprozess hinter sich. Darin stellte der Wissens- oder Technologietransfer, verbunden mit Maßnahmen zur verbesserten Technologieabsorption aus dem Ausland die wichtigste Wachstumsdeterminante im chinesischen Reformprozess dar. Ab etwa dem Jahr 2006 hat sich China jedoch ein neues Wachstumsmodell verordnet, welches auf eine tiefgreifende Verbesserung der nationalen Innovationskapazität durch Bildung, Ausbildung, Wissenschaft, Forschung und Entwicklung sowie Transfer und Kommerzialisierung zielt. Dieser fundamentale Wandel hat China zu einer weltweit führenden Innovationsnation gemacht. Der Technologietransfer ist heute wechselseitig, wobei die Partnerinnen und Partner über unterschiedliche, häufig komplementäre Wissensbestände verfügen, die sich ergänzen können. Anders als beim nachholenden, einseitigen Technologietransfer, der entlang eines bereits vorgezeichneten technologischen Pfades erfolgt, begeben sich jetzt beide beteiligten Partner auf technologisches Neuland und sind aufgefordert, gemeinsam neue Erkenntnisse zu generieren und darauf aufbauend Innovationen zu erstellen. Hierbei kommen andere Motivationen, Fähigkeiten und Transferbedingungen zum Tragen, die bislang weitgehend ungeklärt sind. Es geht um das Verstehen, Überbrücken und Nutzbarmachen von Unterschieden aus den Bereichen kulturell angelegter Verhaltensweisen, Wissenskultur, Motivationen, Vorurteilen, Sprache, Kommunikationsverhalten, regulativem Rahmen und persönlichen Beziehungen. Bisherige Erfahrungen, die jedoch nicht systematisch ausgewertet wurden, deuten an, dass viele deutsch-chinesische Kooperationen in den Bereichen Wissenschaft und Innovation an der Unüberbrückbarkeit derartiger Unterschiede scheitern.

Der Forschungsverbund untersucht deshalb Erfolgsfaktoren des wechselseitigen Wissenstransfers in chinesisch-deutschen Kooperationsprojekten im Hinblick auf die gemeinsame Kompetenzentwicklung in der Forschungs- und der Innovationsphase. Er verfolgt zwei Ziele, erstens die Unterschiede in den Motiven und Verhaltensweisen deutscher und chinesischer Partner zu analysieren und zweitens aufzuzeigen, wie sich aus der Überbrückung und gemeinsamen Nutzung dieser Unterschiede ein Mehrwert generieren lässt. Perspektivisch möchte der Forschungsverbund damit einen Beitrag dazu leisten, die Kooperationsfähigkeit deutscher Akteure und Akteurinnen so zu verbessern, dass Kooperationen auch außerhalb des westlichen Kulturkreises effektiv und effizient durchführbar werden.

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