Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Wirtschafts- und Kulturgeographie
Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Wirtschafts- und Kulturgeographie
  • Zielgruppen
  • Suche
 

Technologische Räume - Evolution, Potenziale und politische Implikationen

Leitung:Prof. Dr. Tom Brökel
Bearbeitung:Louis Knüpling
Laufzeit:2018 – 2020
Förderung durch:Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Bild Technologische Räume - Evolution, Potenziale und politische Implikationen


Erfolge von Innovationsaktivitäten, aber auch von öffentlicher Forschungsförderung werden häufig durch quantitative Indikatoren wie Patente oder neue Produkte gemessen. Unberücksichtigt bleibt dabei meistens, ob durch Innovationen wirklich etwas Neues entsteht, definiert als eine neue Kombination von Wissensbestandteilen oder Technologien. Der Großteil der durch Patente messbaren Innovationsaktivitäten erfolgt zwischen eng verwandten Technologien. Entwicklungen entlang solch begrenzter technologischer Pfade sind zumeist nur inkrementell und setzen keine langfristigen ökonomischen Potenziale frei.

Innovationen an Schnittstellen zwischen Technologien und Themen dagegen führen Wissen unterschiedlicher Bereiche zusammen. Um eine starke regionale und nationale Wettbewerbsposition zu halten, sind solche Fortschritte notwendig. Ein besonderer Fokus des Projektes liegt deshalb darauf, die Radikalität von Innovationen empirisch messbar zu machen. Hierfür soll eine neue Indikatorik entwickelt werden, die die „(Un)Erwartbarkeit“ der Entstehung einer Technologie mit ihrer Bedeutung für die nachfolgende Technologieentwicklung kombiniert. Neben den radikalen Innovationen selbst, sollen auch Akteure und Regionen als Treiber des radikalen Wandels identifiziert werden. Hierbei spielt die intra- und interregionale Vernetzung der Akteure und ihre Netzwerkkonstellation (unterschiedliche Nähe-Dimensionen, z.B. kognitive oder geographische) eine wesentliche Rolle. So wird analysiert, welche Umstände Kooperationen möglich machen, die radikale Innovationen hervorbringen.

Zusätzlich zur Identifikation genereller Entwicklungstreiber und -prozesse steht im Projekt die Rolle der Forschungsförderung im Vordergrund. Zentrale Fragen sind hier: Welche Technologieentwicklungen (und Technologiekonvergenzen) werden durch die Technologiepolitik wie und wo gefördert? Welche Rolle spielen Pfadabhängigkeiten in diesem Zusammenhang? Bezogen auf radikale Innovationen sollen u. a. die folgenden zentralen Fragen beantwortet werden: Welchen Einfluss haben das geographische Umfeld (z. B. die Position in regionalen Wissensräumen) und soziale Netzwerke (Einbettung in Wissensnetzwerke) auf die Wahrscheinlichkeit der Entstehung radikaler Innovationen?

Die EU verfolgt seit mehreren Jahren mit der sogenannten „Smart-Specialization-Strategie“ (RIS3), die Idee einer pfadabhängigen regionalen Technologieentwicklung. Mithilfe einer technologieraumbasierten Analyse sollen im abschließenden Teil des Projektes Basistechnologien identifiziert werden, die für die weitere Technologieentwicklung von entscheidender Bedeutung sind. Hierbei sollen ihr Entwicklungsstand, ihre Verwandtschaft mit anderen Technologien, sowie ihre strukturelle Bedeutung für Technologieräume und ihre Entwicklung in einzelnen Regionen aufgezeigt werden. Die Analysen zu den Treibern der Evolution von Technologieräumen werden zudem für eine Reihe von Regionen exemplarisch durch Fallstudien vertieft, um eventuelle regionale Besonderheiten zu identifizieren. Dadurch werden nicht nur Erkenntnisse zu erfolgversprechenden technologischen Diversifikationsmöglichkeiten herausgearbeitet, sondern diese Optionen auch relativ kleinräumig verortet und damit die technologiepolitischen Handlungsempfehlungen um regionalpolitische ergänzt. Die Ergebnisse des Projektes helfen letztlich dabei, die Strategie für das gesamte nationale Innovationssystem Deutschlands erfolgversprechend weiterzuentwickeln.

Übersicht