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InDUI – Innovationsindikatorik für den Doing-Using-Interacting-Mode von KMU

Leitung:Prof. Dr. Rolf Sternberg
Bearbeitung:Tatjana Bennat
Laufzeit:2017 - 2020
Förderung durch:Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Link:https://indui.wordpress.com/

 

Um Innovationsanstrengungen volkswirtschaftlich zu erfassen, vergleichbar zu machen und die Wirkung staatlicher Innovationsförderung umfassend ermitteln zu können, bedarf es eines geeigneten Indikatorensets. Die aktuell verwendeten Messwerkzeuge reichen für diesen Zweck allerdings nicht aus. Der Fokus auf Inputindikatoren wie Ausgaben für Forschung- und Entwicklung (FuE) und outputseitige Kenngrößen wie die Zahl der Patentanmeldungen oder der Umsatzanteil von Produktinnovationen greift zu kurz, da hiermit nur der formalisierte Teil von Innovationsaktivitäten abgedeckt und der breite Bereich der informellen Lern- und Wissensaustauschprozesse ausgeblendet wird. Letztere sind allerdings insbesondere für die Innovationstätigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bedeutend, weshalb die bisherige Indikatorik zur systematischen Unterschätzung der Innovationsaktivitäten vor allem dieses Unternehmenstyps führt. Dieser Mangel soll in diesem Forschungsvorhaben abgebaut werden. InDUI möchte die vorhandene Indikatorik im Bereich informeller, nicht FuE-basierter Lern- und Innovations­prozesse weiterentwickeln und dadurch neue Zugänge zur evidenzbasierten Evaluation von Programmen der Forschungs- und Innovationspolitik erschließen.

Den konzeptionellen Bezugsrahmen des Projekts bildet die Unterscheidung zweier grundlegender Lern- und Innovationsmodi – der durch formale FuE-Prozesse, explizites wissenschaftlich-technisches Wissen und Innovationen mit hohem Neuheitsgrad geprägte „Science, Technology and Innovation -Mode“ (STI-Modus) sowie der auf informellen, nicht-FuE-getriebenen Lernprozessen, impliziten Erfahrungswissen und inkrementellen Innovationen gründende „Doing, Using and Interacting-Mode“ (DUI-Modus).

Das Projekt InDUI präzisiert die empirische Erfassung von DUI-Innovationsaktivitäten. Der Schwer­punkt liegt hierbei auf KMU, da kleinere Unternehmen ihre technologischen und nicht-technolo­gischen Innovationen häufig mit nur geringen Anteilen oder gänzlich ohne eigene, formale FuE hervorbringen. Ziel von InDUI ist es, ein Indikatorenset zu entwickeln, das den Innovationsoutput von solchen Unternehmen und regionalen Innovationssystemen messbar macht, die besonders stark durch den DUI-Modus charakterisiert sind. Das Indikatorenset basiert auf einer Kombination von qualitativen und quantitativen Messmethoden und setzt auf drei Akteursebenen an.

  • Die Mikroebene des Unternehmers und innovationsrelevanten Schlüsselpersonals,
  • die Mesoebene des Unternehmens, auf der die Individuen intern interagieren,
  • die Makroebene der Region, auf der Unternehmen und Institutionen extern interagieren.

Das gesamte Projekt ist als Verbund von drei Partnern organisiert: Prof. K. Bizer, Professur für Wirtschaftspolitik und Mittelstandsforschung (Georg-August Universität Göttingen) gemeinsam mit Dr. J. Thomä und Dr. T. Proeger vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk (ifh) ebenfalls in Göttingen, Prof. U. Cantner vom Lehrstuhl für Mikroökonomik (Friedrich Schiller Universität Jena) sowie Prof. R. Sternberg von der Abtl. Wirtschaftsgeographie des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie (Leibniz Universität Hannover).

Das am Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover durchgeführte Projekt erhebt ( auf primär qualitativem Wege) und analysiert im Reallabor Hannover Daten zu Umfang, Art und Struktur der DUI-Innovationen in KMU in dieser Region und zu den damit verbundenen Lernprozessen und Verhaltens­mustern. Der Schwerpunkt dieses Teilprojekts liegt auf der Relevanz regionaler Innovationsnetzwerke sowie der Wissens-Spillover-Effekte. Die Befunde werden später vom Verbundpartner in Göttingen mit Laborexperimenten kombiniert und zur Indikatorgenerierung genutzt. Die Wirtschaftsgeographie in Hannover ist zudem im Verbund verantwortlich für den interregionalen Vergleich der drei Reallabore in Göttingen, Hannover und Jena, d.h. den Vergleich der aggregierten Ergebnisse der drei Reallabore auf der Makroebene der Region, auf der Unternehmen und Institutionen extern interagieren (basierend auf Daten der Mikroebene der Unternehmer sowie der Mesoebene der Unternehmen. Anhand dieser Methodik erfolgt bei InDUI die Auswahl der Einzelkom­ponenten des Indikatorensets und schlussendlich die Überprüfung der Messleistung jedes einzelnen Indikators.

Wissenschaftliche Vorträge

  • Bennat, T.: Zur Geographie von Wissensbasen in deutschen Regionen und der Rolle von Regionalpolitik. AK Industrie Geographie Naurod-Niedernhausen, 16.-17.11.2018.
  • Bennat, T.: Die Rolle von KMU in Regionalen Innovationssystemen. ifh-Beraterseminar „Region und Regionalität - Eine Chance für das Handwerk?“, Erfurt, 05.11.2018.
  • Bennat, T.: Exploratory evidence on the measurement of learning by doing-using-interacting. Jena Lecture Series in Economic Geography, Friedrich Schiller University Jena, 07.- 08.05.2018.

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