Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Wirtschafts- und Kulturgeographie
Logo Leibniz Universität Hannover
Logo: Wirtschafts- und Kulturgeographie
  • Zielgruppen
  • Suche
 

Multinationale Unternehmen aus China in Deutschland: Institutionelle Nähe, lokale Vernetzung und Wissensaustausch

Leitung:Prof. Dr. Ingo Liefner, Prof. Dr. Daniel Schiller (Universität Greifswald)
Bearbeitung:Timon Haasis (Universität Gießen), Miriam Richter-Tokar (Universität Greifswald)
Laufzeit:2015 - 2017
Förderung durch:DFG (Gz. Li981/13-1)

 

Das Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibniz Universität Hannover, das Institut für Geographie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeographie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald führen gemeinsam ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Forschungsprojekt zu Akquisitionen deutscher Industrieunternehmen durch chinesische multinationale Unternehmen durch.

Dieses Forschungsprojekt hat folgenden inhaltlichen Hintergrund:

  • Seit der Implementierung der chinesischen Going Out Strategy steigen die Direktinvestitionen chinesischer Unternehmen nach Deutschland stark an. Eine häufige, aber wenig erforschte Markteintrittsform ist hierbei die Akquisition von Industrieunternehmen.
  • Als ein wesentliches Investitionsmotiv für diese Transaktionen wird innerhalb der Forschungsliteratur der Zugang zu Technologie- und Managementwissen (z. B. gemeinsame Produktentwicklungen, Wissen über Kaufgewohnheiten von Kunden, etc.) sowie dessen Transfer angenommen. Bislang wurde noch nicht systematisch untersucht, welche unternehmensinternen Prozesse ablaufen, um dieses Ziel zu erreichen.
  • Zwischen China und Deutschland bestehen zum Teil große Unterschiede bezüglich des rechtlichen, kulturellen und geschäftlichen Umfeldes (institutionelle Distanz), was die Geschäftstätigkeit der akquirierten Unternehmen beeinträchtigen kann. Es existieren nur wenige Forschungsarbeiten zu diesem Themenkomplex, die eine institutionelle Perspektive einnehmen.
  • Die Implikationen von chinesischen M&As für Stakeholder (z.B. Lieferanten, Kunden, Verbände etc.) und die regionale Wirtschaft sind bislang kaum erforscht.

Die Zielsetzung des Forschungsprojektes besteht darin, die Organisation der konzerninternen Wissenstransferprozesse, den Umgang mit institutioneller Distanz und die Auswirkungen der Übernahme auf vor- bzw. nachgelagerte Unternehmen in der Wertschöpfungskette zu untersuchen. Hierdurch soll ein Beitrag zur wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion über die Perspektiven chinesischer M&As in Deutschland geleistet werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden in der ersten Projektphase Experteninterviews mit Intermediären (Wirtschaftsförderungs- und Beratungsgesellschaften, Bankinstitute und chinesische Interessenverbände) geführt. Durch diese Gespräche sollen ihre Erfahrungen bei der Betreuung von Investitionsvorhaben chinesischer Unternehmen in Deutschland in Erfahrung gebracht werden. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die Arbeit von Intermediären als erstem Anlaufpunkt für potenzielle Investoren entscheidend für den Erfolg von Investitionsvorhaben sein kann. Es wird erwartet, dass sie durch ihre Kontakte zu regionalen Partnern in der Lage sind, wichtige Impulse für die Vernetzung und Einbettung der Investoren in die Region zu geben.

In der zweiten Phase richtet sich der Fokus auf deutsche Unternehmen, die von chinesischen Konzernen akquiriert worden sind. Ziel ist es, Interviews mit Geschäftsführern und Führungskräften beider Nationalitäten sowie Lieferanten und Kunden der akquirierten Unternehmen zu führen. Ein Thema dieser Gespräche werden die Erfahrungen der Unternehmen im Umgang mit institutionellen Distanzen sein. Außerdem soll in Erfahrung gebracht werden, wie der angestrebte Wissensaustausch organisiert wird. Weiterer Gesprächsinhalt sollen die Reaktionen der Kunden und Lieferanten auf die Übernahme sein.

Alle Aussagen und persönlichen Daten der Studienteilnehmer werden vertraulich behandelt und identifizierende Angaben anonymisiert. Die Auswertung dient ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken. Die Projektbearbeiter sind zur Einhaltung der Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis verpflichtet.

Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren (Oktober 2015-Oktober 2017). Anhand der Forschungsergebnisse werden wichtige praxisorientierter Implikationen für Intermediäre, Manager und Politikschaffende abgeleitet. Diese werden allen Befragungsteilnehmern im Rahmen eines eintägigen Forums im Frühjahr 2017 präsentiert und in einem zusammenfassenden Projektbericht zur Verfügung gestellt.

Projektleiter
Prof. Dr. Ingo Liefner
Leibniz Universität Hannover
Prof. Dr. Daniel Schiller
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Projektmitarbeiter
Timon Haasis, MSc
Justus-Liebig-Universität Gießen
Tel.: 0641 99-36222
Miriam Richter-Tokar, MSc
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

 

 

Übersicht